100 jährige Geschichte

Aus der Geschichte der hundertjährigenPferdezuchtgenossenschaft Stiftsstatthalterei Einsiedeln Dem Pferd zulieb und dem Vaterland Vorgeschichte Bedächtigkeit stand Anfang der Pferdezuchtgenossenschaft Stiftsstatthalterei Einsiedeln. Als Gründungsjahr kennen wir 1906. Doch schon „im Jahre 1904 tagten in der Statthalterei eine Anzahl durch Zirkular einberufene Pferdezüchter aus dem Kanton Schwyz, zwecks Gründung einer Pferdezuchtgenossenschaft.“ Es wurden Klagen laut über den Niedergang der Pferdezucht. Die  Gründe sah man einerseits in der  Zerstückelung der Güter, anderseits aber in der Zurückhaltung der Korporationen, die nur ungern Jungpferde auf den Alpen sahen und zudem fehlte es an Körnerfrüchte für die Pferde. Man liess sich aber Zeit. Offenbar wollte man sich über den Zweck der zu gründenden Genossenschaft vorerst Klarheit verschaffen. Man musste sich auch ins Klare versetzen über das Gebiet, aus dem die künftigen Genossenschafter stammen sollten. Das entspricht dem  Kreis der besonnenen Männer, die als treibende Kräfte an der Spitze standen: dem damaligen Stiftsstatthalter, P. Rupert Elser, von dem es heisst, „dass er bedächtig, nach Erkennung der Sachlage aber rasch und bestimmt zugreifen konnte“. Ein Glück war es, dass sich auch Ratsherr Carl Kälin vom Etzel, der spätere Regierungsrat und Landammann, wie auch sein Bruder,  Marian Kälin, vom Horgenberg, zur Verfügung stellten. Den Gründern  ging es vor allem um die Sicherung des „Einsiedlerschlages“, eines Pferdes, das sich sowohl zum Reiten eignete wie auch zum Ziehen oder, wie es im vorgesehenen Zweckparagraphen eingetragenen Züchter zur Gründungsversammlung vom 11. Juni 1906zusammen. Vom eben erwähnten Mitgliederverzeichnis ist leider nichts  mehr vorhanden. Es sei denn, dass die auf dem Statutenblatt eingetragenen Namen als solches zu gelten haben. Wir fügen darum die Genannten  hier an:

  • Carl Kälin, Ratsherr, Egg
  • Marian Kälin, Horgenberg
  • Andreas Bisig
  • Schibig, Tierarzt
  • Gyr Josef,
  • Kälin Richard, Brandegg
  • Zehnder J.J., alt Ratsherr
  • Zehnder Joh., Bennau
  • Kälin Bapt. , Bennaun
  • Leut. Gyr Gerold, Weissmühle
  • Schönbächler J.M., Willerzell
  • Kälin Augustin, Ochsenbodenn
  • Ruhstaller Johann, Bolzberg

Schon an diesem Tag konnte man den Mitgliedern gedruckte Statuten in die Hand drücken. ¨(Zusammenfassung von P. Ulrich Kurmann sel.)

Die Zeit vergeht so schnell.  Bemerkenswert für unsere Genossenschaft ist sicher, dass wir seit 1988 eine gemischte Genossenschaft sind. Das heisst wir haben die Freibergerzüchter aufgenommen, die ihr Tätigkeitsfeld in unserer Genossenschaft haben.

 "Kommission zu Erhalt und Förderung des Einsiedler Pferdes" 

Eine ganz wichtige Arbeit, die die Pferdezuchtgenossenschaft Einsiedeln verfolgt ist die Erhaltung und Förderung des Einsiedler Pferdeschlags. Unter der Leitung von Prof. Stranzinger, Institut für Nutztier-Wissenschaften der ETHZ, hat sich darum  im letzten Jahr die Dissertation des Tierarztes Herr Riggenbach des Problems angenommen. Es geht darum, die Gen-Analyse der verschiedenen Einsiedler-Linien im Vergleich zu andern Pferderasse zu vergleichen.
Parallel dazu hat eine Kommission versucht, den Rahmen für die Zucht zu bestimmen. Als Grundsatz wurde festgelegt: den Erhalt von genetischen Ressourcen der Pferdezucht und der Zucht eines marktfähigen Pferdes. *Die Kommission, die eng mit Herrn Dr. A. Poncet in Avenches und dem Zuchtverband CH-Sportpferdeverband zusammenarbeitet, möchte einen Marktplatz schaffen für das Einsiedlerpferd. Das Arbeits- und Kommunikationskonzept hierfür besteht und man ist tatkräftig am arbeiten. Die zu diesem Zweck gebildete Fachkommission hat das Recht, unter dem Namen der  Pferdezuchtgenossenschaft selbständig aktiv zu sein, um das Ziel der Erhaltung und der Förderung der Einsiedler Mutterstammlinien anzustreben.

1000 Jahre Pferdezucht Einsiedeln

Cavalli della Madonna Einsiedeln als älteste Pferdezucht unseres Landes aufzuzeigen, rechtfertigt vollauf die Veröffentlichung folgender DatenIm Jahre 934, Im Zeitalter aufgehenden Rittertums, wird die Benediktinerabtei gegründet. Die Mönche der ersten Jahrhunderte stammen in ihrer Gesamtheit aus dem Adels- und Ritterstand. Aus ihren heimatlichen Burgen und Schlösser, brachten Sie mit ins Kloster, die Liebe zum Pferd, das von Anfang an zum klösterlichen Besitz gehörteDer Bestand eines Gestütes in Einsiedeln ist bezeugt von Kaiser Heinrich IV in einer mit der Jahreszahl 1064 versehenen Urkunde. Originalurkunde im Stiftsarchiv Kloster Einsiedeln