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Marché Concours 2008
Marché-Concours Saingnelégier. 9.-11. August 2008. Die Urschweiz als Ehrengast am Marché-Concours 2008 in Saignelègier. Eingeladen auch die Pferdezuchtenossenschaft Einsiedeln. 55 000 Zuschauer. Ein unvergessliches Erlebnis.
Wie scharrende Pferde fühlten wir uns, als es endlich am Freitagmittag Richtung Saingelégier losging. Ein Tross von Pferd und Reiter bewegte sich in die Westschweiz. Elf Pferde und deren Ausrüstung, wurden verladen. Man versuchte ruhig zu bleiben. Im Gedanken hatte jeder: Stehen die Pferde wohl still auf der langen Reise, haben wir nichts vergessen, können wir unser Programm auswendig…Hier ein nervöses Gewieher, da ein Stampfen im Hänger. Alles war angebunden, alles war verstaut. Sättel, Zäume, Ersatzmaterial, Kutschen, Geschirre, Zahnbürste, Tanzschuhe, alles musste mit. … Die Reiter und Coaches fuhren gemeinsam mit einem vom OK der Organisation von der Urschweiz zur Verfügung gestellten Bus Richtung Jura.Die PFZGE hat Mitglieder der Rasse Warmblut und der Rasse Freiberger. Daniel Hubli, Freibergervertreter der PFZGE trat im Frühjahr 2008 an den Rest des Vorstandes heran, und war begeistert von der Idee, am Marché Concours mitzuwirken, denn die Einladung der Organisatoren auf dem Tisch. Er brauchte gute Überzeugungsarbeit , denn der Präsident, Meiri Kälin, und die Aktuarin, Brigitte Bisig, halfen tatkräftig mit. Nach anfänglichen hin und her, auf der Suche nach Ideen, und x- Sitzungen war das Kind dann auf der Welt. Um unsere Eigenheiten als Innerschweizer (Suisse primitiv) aus innersten Herzen zu präsentieren, und die Gastkantone unter dem Motto „CHärngsund“ auftreten, wollten wir den Westschweizern vors Auge führen, dass wir darauf stolz sind, Innerschweizer zu sein. Er wird eine Inszenierung der Tellsgeschichte frei nach Friedrich Schiller. Mit der ergreifenden Vervollgungsjagd und der Gefangennahme von Tell sollte es beginnen… danach gibt es eine Fahrt auf dem Wilden Urnersee, mit der Musik im Hintergrund als Sturmgetöse. Als Bild vier war der Sprung auf die Tellsplatte geplant. Der Leser bedenke dabei, dass dies alles vom Pferd aus geschieht. In der Hohlen Gasse wird Tell dann Gessler brutal erschießen. (Musik:“ Spiel mir das Lied vom Tod“). Die letzte Szene ist dann der Rütlischwur. Die Anforderung an die Logistik war das eine…. aber dies obige zu reiten das andere… Jacqueline Hagmann, Christoph Husi (Gessler), Erwin Kälin, Doris Kürzi (Gruppenführerin), Tamara Betschart, Daniela Kuriger, Marlene Wickart, Michèle Hubli, Hannes Hubli waren die Reiter, die sich diesem waghalsigem Auftritt auf dem Pferd stellten. Die Pferde sind alle von Genossenschaftsmitgliedern. Der Kutscher war das Urgestein Edi Reichmuth. Hubli Daniel war zuständig für die Logistik, Meiri Kälin übernahm die Gesamtbetreuung. Brigitte Bisig widmete sich dem Einstudieren, Trainieren, und Motivieren der Reiter damit unser Tellenspiel auch ein Erfolg wird. Die Pferde waren schon bereits eingestallt, als wir auf dem Festplatz ankamen. Das Wetter war äußerst unfreundlich. Wir wollten und mussten vor den abendlichen Veranstaltungen noch ein Training einschieben. Unsere Mitreiter, die Tellenreiter aus Obwalden waren auch schon da. Sogar die Kutsche, die von einem Vierspänner gezogen wurde und das Schiff auf dem Urnersee darstellte, war anwesend. Auf los ging’s los. Ausgerüstet mit Mikrofon, führte Brigitte Bisig die Regie für das erste Training vor Ort. Da sie auch das Drehbuch den Text, sowie auch die Musik ausgesucht hat, wusste sie genau, wie die einzelnen Bilder inszeniert werden mussten. Bei Donner, Blitz und starken Regen wurden auf dem Platz geübt, wo uns an den kommenden zwei Tagen, über 50 000 Zuschauer unser Vorstellung sehen werden. Nach dem ersten Training waren wir nicht nur vollkommen nass, sondern uns war bewusst, dass noch einiges zu tun war. Den Reitern wurde klar deutlich gemacht, dass disziplinierter geritten werden muss, denn sie präsentieren ja die Geschichte der Urschweiz. Reitplatz korrekt markieren, die Spitzenreiter motivieren, dass die Helfer am richtigen Ort stehen, die Musik besser koordinieren. Die große Strohballe, die uns als Tellsplatte diente, musste noch her…. Und unser Gessler brauchte noch einen Hut. Durchnässt konnten wir die Bons für die Verpflegung und Unterkunft entgegennehmen. Wir wurden über die ganzen Tage, bestens von Daminan Gisler, Amt für landw. Beratung Kanton SZ betreut. Wir mussten uns zuerst an die Obwaldner und sie wohl auch an uns gewöhnen. Denn wir waren die Gesslerreiter und unser Gessler, Christoph Husi, musste den Obwaldnern ihren Tell, relativ unsanft vom Pferd holen, und andererseits wurde unser Gessler vom Tell ja erschossen. Diese beiden Szenen waren doch relativ delikat und verlangten gegenseitiges Vertrauen. Teilweise kam es schon einem „hollywoodähnlichen Stunt“ nahe. Das Wetter war einiges freundlicher, aber immer noch bedeckt am Samstagmorgen. Die Hauptprobe fand um 10.00 Uhr statt. …. Und die ging vollends daneben. Das Schiff kam zu früh rein, unkonzentrierte Reiter, nervöse Pferde die Musik stimmte nicht. Im anweisungsorientiertem und unmissverständlichem Ton, aber trotzdem motivierend, gab die Regieführerin den Tarif bekannt für die Aufführung vom Nachmittag. …...und die war sehr gut. Wie ausgewechselt kamen Reiter und Pferd daher. Die Helfer auf dem Platz trafen ihren Einsatz punktgenau. Das Zusammenspiel war hervorragend, die Musik passte und es schien sogar die Sonne. Fotografen kamen wie Mäuse aus ihren Löchern und. Das Publikum applaudierte zu den Szenen. Das Schlussbild mit dem Rütlischwur hatte eine ergreifende Wirkung. Die Reiter verließen die Arena und wir wurden von Gratulationen überschwemmt. Der Druck war weg! Der Hauptevent, die Aufführung am Sonntag kann kommen. In der Gruppe entwickelte sich eine unglaubliche Gruppendynamik, die sicherlich dank den Coaches entstand. Am Innerschwyzer Unterhaltungsabend wirkten wir gutgelaunt mit. Es wurde getanzt, gelacht, gesungen… Die Pferde fühlen sich wohl in den Stallungen. Ein Besucherstrom pilgerte durch das Zelt. Es besuchten uns auch die Trachtengruppe „Waldlüt vo Einsiedle“ und viele andere. Die Aufführung am Sonntag muss man gesehen haben. Wir begeisterten förmlich das Publikum mit unserer Aufführung . Die Reiter wirkten locker, die Pferde präsentierten sich, es war sensationell. Wir waren alle glücklich. Am Festumzug wirkten wir mit einem Zweiergespann mit, auf dem unsere Genossenschaftsfahne mitgeführt wurde. Kaum war der Umzug vorbei, laden wir die Pferde und die Kutsche auf den Lastwagen. Einige blauer Flecken, Muskelkater aber ohne Unfall und mit gesunden Pferden konnten wir die Heimreise antreten. Die Reiter stiegen in den Bus und los ging’s Richtung Innerschweiz. In das Herz der Schweiz.

